Baubiologie ist die Lehre ...

... von den ganzheitlichen Beziehungen zwischen den Menschen und ihrer Wohn-Umwelt.

Luftschadstoffe

Die Vielfalt der in der Innen- und Außenluft vorkommenden Schadstoffe ist durch die Abgabe toxischer Nebenprodukte chemischer Betriebe, thermischer Prozesse, des Personen- und Transportverkehrs sowie Emissionen zahlreicher Bau- und Einrichtungsmaterialien in Innenräumen nahezu unüberschaubar.

Luftschadstoffe verursachen Schäden an den Ökosystemen (z.B. Waldsterben) und führen beim Menschen zu Erkrankungen. Neben den Schädigungen der Atemwege und der Schleimhäute spielen auch krebserzeugende Wirkungen eine große Rolle.

Für die Baubiologie spielt die umfassende Begutachtung und Analytik der Innenraumluft eine Rolle, wobei sie im Zusammenhang mit der Strahlungsanalytik ein bisher konkurrenzloses Konzept einer ganzheitlichen Umweltanalytik verwirklicht.

Die Untersuchungsmethoden der Baubiologen richten sich im Wesentlichen nach dem „Standard der Baubiologischen Messtechnik“ und den aktuellen Richtwerten.

Die Untersuchungen in Bezug auf Luft und Schadstoffe beziehen sich hauptsächlich auf:

  • Schlafplatzuntersuchungen
  • Haus- und Wohnraumuntersuchungen
  • Material- und Baustoffuntersuchungen

 

In den meisten Fällen werden die auftretenden Innenraumbelastungen durch das Gebäude selbst, Einrichtungen, Möblierung, Belüftung, Geräte, Klimatisierung und Nutzung verursacht.

Nur in selten Fällen kommen die Belastungen bzw. Auffälligkeiten durch die Umgebung.

Die häufigsten Gifte in der Innenraumluft sind z.B.:

  • Formaldehyd und andere giftige Gase wie Ozon, Chlor, Stadt- und Stiffstoffdioxide u.a. durch Spannplatten, Holzwerkstoffe, Lacke, Kleber, Heizungen ...
  • Formaldehyd ist eines der häufigsten Gifte in der Innenraumluft. Furnierte Platten sind oft porös und gasen aus, jahrzehntelang. Auch heute sind die meisten Spanplatten nicht frei von Formaldehyd, die offiziell als harmlos geltende EI- Qualität enthält lediglich weniger Formaldehyd als jene uralte- Platten
  • Lösemittel und leichtflüchtige Schadstoffe wie Aliphaten, Alkane, Alkohole, Aromaten, Ester, Ether, Glykole, Isocyanate, Ketone und Terpene u.a. durch Farben Bauteile, Putzmittel ...
  • Biozide und andere schwerflüchtige Schadstoffe wie Pestizide, Insektizide, Fungizide, Holzschutzmittel, Flammschutz, Weichmacher, PCB und PAK u.a. durch Holz-, Leder-, Teppichschutz, Kleber, Kunststoffe, PVC, geschäumte Tapeten, Kinderspielzeug, Dichtungen, Insektensprays ...
  • Schwermetalle und andere anorganische Schadstoffe, Verbindungen und Salze u.a. durch Holzschutzmittel, Baustoffe, Baufeuchte, Glasuren, Wasserleitungen, Industrie ...
  • Asbest-, Mineral- und andere Fasern sowie Partikel durch Baustoffe, Dämmstoffe, Heizungen, Klimaanlagen, kontrollierte Wohnungsraumbelüftungen, Isolierungen, Geräte, Staub, Ruß, Umwelt ...

 

Hilft regelmäßiges Lüften?

Regelmäßiges Lüften mindert lediglich die Belastung, auch beim Renovieren.

Lüften bei Belastungen heißt:

Manuell: Durchzug, alle Fenster und Türen weit auf, im Winter wenige Minuten.

Wohnraumlüftung: Luftaustausch je nach Notwendigkeit, kontrollierte Lüftung muss den baubiologischen Kriterien entsprechen [Quelle: Arch.Dr. Bernhard Oberrauch; mehr dazu ...]

Die Energiesparverordnung mag ökonomisch und ökologisch sinnvoll sein, sie darf aber nicht auf Kosten der Gesundheit gehen, denn frische Luft ist lebenswichtig.

 

Quelle:

Verband Baubiologie VB. & Institut für Baubiologie und Ökologie IBN.

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