Baubiologie ist die Lehre ...

... von den ganzheitlichen Beziehungen zwischen den Menschen und ihrer Wohn-Umwelt.

Schadstoffe

25.12.2010

Schadstoffe sind Substanzen, deren Kontakt uns schadet. Es gibt natürliche und von Menschen erzeugte Gifte...

Schadstoffe sind Substanzen, deren Kontakt uns schadet. Es gibt natürliche und von Menschen erzeugte Gifte, für die unser Körper einigen Aufwand betreiben muss, um sie wieder auszuscheiden, um sie zu neutralisieren oder um sie so einzupacken, dass sie ihre schädliche Wirksamkeit verlieren, indem sie zum Beispiel im Fettgewebe abgelagert werden.

Dabei können auch andere Faktoren eine Rolle spielen: Wenn Menschen in Panik geraten und gestresst werden, so versucht der Körper jede verfügbare Energie den Muskeln zuzuführen, baut also die Fettpolster ab, damit diese Energie für Flucht oder Kampf zur Verfügung gestellt wird. Damit werden die im Fettgewebe gespeicherten Gifte wieder frei und belasten erneut den Körper.

Wenn Schadstoffe die Blut-Hirn-Schranke überwinden, können diese auch das Gehirn beeinträchtigen und nervliche Funktionen stören.

Doch wie kommt man in Kontakt mit Schadstoffen?

Das Wasser, das wir trinken ist nicht selten mit Schadstoffen angereichert (Blei und andere Schwermetalle, Nitrate, usw.). Die Luft, die wir atmen, kann verseucht sein (durch Ausgasungen von Kraftfahrzeugen, Baustoffen, Möbeln, Putzmitteln, u.a.). Die Lebensmittel, die wir essen, sind teilweise mit Schadstoffen belastet. Medikamente können Giftstoffe enthalten und sind daher nur in Absprache mit Ärzten einzunehmen.

Schadstoffe werden über die Atmung, den Verdauungstrakt und über die Haut aufgenommen.

Die Baubiologie versucht, jene Schadstoffe im Bereich des Bauens und Wohnens zu vermeiden oder verringern. Es ist in der heutigen Zeit nicht möglich, Schadstoffen vollständig auszuweichen. Aber es ist sinnvoll, die Belastung so gering wie möglich zu halten.

Die Grenzwerte in den Ländern sind für viele Substanzen sehr unterschiedlich. Oft wurden schwerwiegende Schädigungen erst nach  Jahrzehnten nachgewiesen, und erst nach weiteren Jahren wurden die Grenzwerte gesenkt. Daher können staatliche Grenzwerte nur bedingt zur Beurteilung herangezogen werden, sondern nur die viel niedrigeren Vorsorgewerte.

Die Langzeit- und Kombinationswirkung vieler Schadstoffe ist noch lange nicht ausreichend untersucht, so dass im Sinne der Prävention das Vermeiden von emittierenden Baustoffen anzuraten ist.

Auch Hausstaubmilben verursachen gesundheitliche Auswirkungen (Allergien, Asthma, Bronchitis, Rhinitis). Da sie sich von Hautschuppen ernähren, leben sie bevorzugt in Betten, Decken und Kissen, jedoch auch an allen Stellen, an denen sich Staub gut festsetzen kann: z.B. in Teppichen, Polstermöbeln, Gardinen, Plüschtieren. Man hat festgestellt, dass ein Kopfkisseninhalt nach zwei Jahren zu 10% aus toten Milben und deren Ausscheidungen besteht.

Damit die Milben den Staub verdauen können, muss dieser von Pilzen vorverdaut sein. Alles, was die Pilze reduziert, verringert also auch die Milben. Die Raumluftfeuchte soll daher unter 55% gehalten werden, die Materialien im Raum sollen leicht zu reinigen sein.

Es ist wichtig, sich den Risiken im Bauen und Wohnen bewusst zu werden und sich von Fachleuten beraten zu lassen wie solche Belastungen stetig reduziert werden können.

von Bernhard Oberrauch (Architekt)

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